Intelligenzbegriff

Der Begriff "Intelligenz" könnte in "Einsichtsfähigkeit", "Kreativität" und "einsichtiges Handeln" aufgeteilt werden. Will man die Intelligenz von anderen Personen, Tieren oder Maschinen objektiv beurteilen, so ist dies nur möglich, wenn sie sich in entsprechendem Handeln äußert.

Intelligentes Handeln zeigt sich in flexiblem Handeln, das nicht einem festen, vorgegebenen Schema entspricht (Instinkt). Flexibles Handeln ist auch bei Maschinen möglich, wenn deren Programmierung zwischen mehreren Möglichkeiten umschalten kann, abhängig von irgendwelchen äußeren Parametern. In diesem Fall wird man aber nicht der Maschine, sondern dem Programmierer intelligentes Handeln zurechnen. Intelligentes Handeln ist "bewusstes" Handeln, bei dem ein "Bewusstsein" Entscheidungen trifft. Das setzt "Selbstbewusstsein" voraus. Würde man den Begriff "Bewusstsein" weiter fassen, so lässt er sich nicht gegen "Instinkt" oder "komplexe Programmierung" abgrenzen. Will man von außen feststellen, ob "Selbstbewusstsein" vorhanden ist, stösst man auf folgende Schwierigkeit:

"Selbstbewusstsein" wird in der Biologie durch den "Spiegeltest" überprüft, bei dem ein Tier vor einen Spiegel gesetzt und dessen Reaktion beobachtet wird, wenn man sein Erscheinungsbild ändert. Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn sich das Tier über optische Eindrücke identifiziert. Hunde identifizieren sich gegenseitig stärker über den Geruchssinn, woraus ein Verhalten entstehen kann, das für den Menschen absurd erscheint. Müsste man folglich den Geruch eines Hundes ändern, um den Grad seines "Selbstbewusstseins" zu testen?
Eine andere Möglichkeit, auf "Selbstbewusstsein" zu schließen, besteht darin, zu beobachten, ob ein Tier oder Mensch einen Namen mit sich verbindet, also auf seinen Namen reagiert, aber auf andere nicht. Dies ist zumindest bei Menschen und Hunden der Fall. Aber genügt das? Man sieht: Der Begriff "Bewusstsein" grenzt sich nicht auf natürliche Weise von "Nichtbewusstsein" ab. Er kann nur durch eine Definition festgelegt werden, die aus einer Auswahl von nachprüfbaren Eigenschaften besteht.

"Einsichtsfähigkeit" zusammen mit "Kreativität" beinhaltet die Fähigkeit, vorhandenes Wissen zu analysieren und es zu neuem Wissen zu kombinieren, also logisches, kreatives Denken. Logische Verknüpfungen zu neuen Schlussketten zu kombinieren, ist Merkmal der Programmiersprache Prolog.

Prolog kann zunächst keine Zusammenhänge zwischen Daten entdecken, die es nicht aus anderen ableiten kann. Prinzipiell lässt sich dies über die Analyse von bedingten Wahrscheinlichkeiten oder über neuronale Netze durchführen. Theoretisch könnte somit ein genügend leistungsfähiges Rechnersystem, ausgehend von einer Datenbasis, diese analysieren und aus ihr immer neue Zusammenhänge ableiten. "Intelligent" wird dieser Vorgang aber erst, wenn die Ergebnisse vom Produzenten je nach Nutzen einen "Wert" erhalten, wobei "Nutzen" sich auf Produzenten oder alle bzw. einer Gruppe von Wesen bezieht (Menschen, Tiere, intelligente Maschinen) und von moralischen Vorstellungen abhängt (siehe auch KI und Emotionen).

Fazit:
Die Begriffe "Intelligenz" und "Bewusstsein" lassen sich objektiv nicht auf natürliche Weise ableiten. Somit bleibt nur als einziger Weg, dass man die Begriffe willkürlich definiert, um sie zu objektivieren. Dass man damit nicht alle möglichen Aspekte berücksichtigt, lässt sich nicht vermeiden.

[13.1.2024]