KI und Emotionen

Daten analysieren, neue Schlussketten produzieren und komplexe Handlungen durchführen, ist heutigen Rechnern möglich, ohne dass man ihnen "Intelligenz" zuschreibt. "Intelligenz" schließt ein, dass der Akteur sich der Konsequenzen des Handelns klar wird und diese nach moralischen Gesichtspunkten bewertet.

Moral kann von außen z.B. durch Programmierung vorgegeben werden, was aber den Akteur nicht "intelligent" macht, oder auf eigenen emotionalen Bindungen beruhen.

Damit stellt sich die Frage, ob Emotionen in Rechnern entstehen können.
Vor ca. 20 Jahren wurde in einer Veranstaltung der Universität Bielefeld ein mathematisches Modell vorgestellt, bei dem Emotionen als Vektoren dargestellt wurden. Das Modell wurde auf ein Avatar-Programm übertragen, das dann später in Hannover auf einer Messe vorgeführt wurde. Dabei lösten bestimmte Situationen emotionale Reaktionen aus, die mit menschlichen vergleichbar waren. Einen Eindruck vermittelt ein Video im Internet zu RoboThespian.

Auch wenn dieses Modell und seine Nachfolger in der Lage sind, emotionale Reaktionen zu erzeugen, so stellt sich die Frage, ob diese zu einem "inneren" Zustand des Rechners gehören, also "echte" Emotionen sind. Diese Frage wird sich von außen nie eindeutig beantworten lassen, da man nur Reaktionen beobachten kann, sich das "Innere" entsprechend seiner Bedeutung dem "Außenstehenden" immer verschließen wird.

Umgekehrt kann man sich fragen, ob ein Rechner imstande ist, menschliche Emotionen richtig zu erkennen. Dies kann nur über das Verhalten, Sprache und Erscheinungsbild des Menschen geschehen. Neuronale Netze könnten hierauf trainiert werden. Aktuelle Forschungen zeigen allerdings, dass die Emotionen eines Menschen durch Faktoren wie Vorgeschichte und Gesamtsituation bestimmt werden, die von außen nicht aus dem momentanen Eindruck erschlossen werden können und so zu gefährlichen Fehldeutungen führen: Ein Rechner ist kein Mensch und wird die Umwelt immer in anderer Weise erfahren als der Mensch!

[10.3.2024]